Gemeindefeuerwehrtage
Frau Hamke erinnert sich
Frau Dohm erinnert sich
Frau Zimmer berichtet
Herr Kramer berichtet
Herr Didwißus berichtet
Frau Runge berichtet
Mit Auszügen und Materialien zur Dorfgeschichte

 



 








 

Aus Erdbuch [Vom 01.07.1709-Link auf "Aus der Kirchchronik"]



Bereich Alte Schmiede [M] um 1993

In 1993 [ © S. Minks ] 





Beispielhafte Ausschnitte


[In Klammern Ergänzungen der Redaktion].





          Nach den Analen soll das Dorf zwar in 1215 erstmalig erwähnt sein.
          Die Dorfchronik wurde aber erst 1882 etabliert. Sie ist ein Journal-
          buch, in die die zuständigen jeweils von Hand Eintragungen vorge-
          nommen haben. Oft haben die Aufgabe die Dorfvorsteher (früher
          Dorfvogte) übernommen; nicht jedoch immer. Wegen des bäuer-
          lichen Umfelds sind die Themen naturgemäß Wetter, Aussaat,
          Pflege, Ernte, und den Risiken daraus. Außerdem sind dort z. T.
          Namen und Besitz der Dorfschaft aufgelistet. Personen werden
          in der Regel erst mit etwa 20 benannt (wer heiratet wen); zuvor
          heißt es z. B. nur "... sie haben 3 Kinder.. ". Danach, wo ziehen sie ein,
          ihre Eltern, Hofübernahme, Altenteil, Abriss, Neubauten. Dann
          goldene Hochzeiten, Tod: Der ewige Kreislauf. Dann Angaben zur
          Infrastruktur und zum Vereins- und sonstigem dörflichen Leben.
          Zuzug und Wegzug. Es sind auch Bemerkungen zum Weltgeschehen
          (wie Krieg) eingeflochten, meist mit aus heutiger Sicht wenig
          überzeugenden Ansichten. Zum Milleniumswechsel ändern sich die
          Eintragungen insoweit, als nicht so sehr auf die Erträge aus Ernte
          und Viehhaltung abgehoben wird, sondern mehr auf das soziale
          dörfliche Miteinander.





Chronik

So sieht sie aus 





Start

Jahr 1882/1883:

Schreiber dieses sprach öfters mit mehreren Eingesessenen hiesigen Orts über Abfassung einer Liensfelder Chronik und da er fand, daß diese Idee Boden gewann, so wurde auf einer Dorfschaftsversammlung der Bauernvogt beauftragt, für Anschaffung eines geeigneten Buches Sorge zu tragen, sowie dem Lehrer, Schreiber dieses, aufgegeben, für Abfassung der Chronik zu sorgen. Verfasser dieses, der Lehrer Heinrich Peter Pries, ist zu Noer im Herzogthum Schleswig geboren am 31. August 1848, hat dann von 1852 - 1856 in Hahsendorf und von 1856 - 1865 bis zu seiner Konfirmation in Brackrade mit seinen Eltern (die auch daselbst leben) gewohnt. Von 1867 - 1869 besuchte er das Seminar in Oldenburg (Hrzgthm), war dann in Gr. Steinrade, Ratekau und Kl-Timmendorf Elementarlehrer, resp. Lehrer und wurde am Juni 1877 zum Lehrer hierselbst gewählt, welche Stelle er am 1. Oktober desselben Jahres antrat. Begonnen wurde mit der Abfassung dieser Chronik am 22. März 1880 an dem Gedenktage der Geburt unseres viel, und allgeliebten 83jährigen Kaisers Wilhelm. Die am obigen Tage begonnene Abfassung der Chronik als Kladde wurde der versammelten Commune, behufs Richtigstellung und Erweiterung, vorgelegt und dann mit der Eintragung dieses am 22. November 1882 begonnen. Besitzer sind am letztgedachtem Tage im Dorfe folgende:

[Es folgen dann die Namen der diversen Besitzer, d.h. Eigentümer wie Mieter. Anm. der Redaktion].





          In 1965 war Herr Hans Kühl, Liensfeld, so nett und hat
          die Chronik (Schrift teilweise altdeutsch /
          Sütterlin) mittels konventioneller Schreibmaschine
          in gut lesbarer Form gebracht. Das hat er übrigens
          auch für die Feuerwehrchronik geleistet. Die Seiten
          sind mittels Scan / O.C.R. in "Microsoft word"
          übertragbar und somit auf der Webpage darstell-
          bar. Hier werden wie gesagt nur e i n i g e Ausschnitte
          aus der Chronik gezeigt.




 

Hans Kühl [1919-2010] [Klicken Sie ggf. aufs Foto]



LIENSFELDER DORFCHRONIK [Titel]

Das jetzige Liensfeld ist ein schönes Dorf, fast ganz von einem Kranze Holzungen umgeben. Davon sind an der Nordseite eine kleine Viertelstunde vom Dorfe entfernt an der Straße nach Majenfelde, der Hasenberg, ferner nach der Nordwestseite an der Eutiner - Ahrensböker Landstraße, die Stuttkoppel, dann nach der Südseite hin, eine kleine Viertelstunde vom Dorfe, die Uhlenhorst und der Hohenstegen, und schließlich nach der Ost- und Südostseite hin fast ans Dorf gehend, die beiden Holzungen Hellenrade und Brammerhorst. Außerdem liegt noch rechts vom Klenzauer Wege der Kranzbusch. Im Dorfe selbst bildet einen wunderschönen Schmuck eine Anzahl Eichen, von denen 6 größere und 7 kleinere vor dem Forsthofe, nicht weit vom Schulhause, die ändern dagegen auf dem freien Platze vor dem Hause des Tischlers Grage, wo der Weg nach Ditmer führt, stehen. Liensfeld besteht aus 42 bewohnten Häusern, die bewohnt werden von 304 Einwohnern, darunter sind 6 Hufner. Die Stellen haben von 65 - 84 ha Land. 3 Hufner von 21 - ca. 30 ha Land . 6 Eigenkäthner mit Land und 12 Eigenkäthner ohne Land. Unter den Eigenkäthnern und den Einwohnern sind l Schmied, l Rademacher, l Schäfer, l Viehhändler, l Handelsmann, l Maurer, 2 Schneider, l Schuster, l Schlachter, 2 Tischler, l Gastwirth und l Kaufmann, l Förster, l Waldarbeiter 2 Altentheiler (theilerin) und l Lehrer. Die Schülerzahl beträgt gewöhnlich 60 - 70. Außerdem unter den Eigenkäthnern angeführten Gastwirt hat noch Gastwirtschaft der Besitzer der früheren Bauernvogtsstelle.Bis 1859 war nämlich auch hier, wie in allen Dörfern, die Bauernwirtschaft auf einer bestimmten Stelle ruhend und zwar waren hier die jeweiligen Besitzer der Frankschen Stelle Bauervogt. Nur wenige, fast keine Arbeiter sind gezwungen, auswärts Arbeit zu suchen, sondern sie werden von den Hufnern beschäftigt. Das Feldareal, welches zum Dorfe gehört, besteht zum größten Theil aus schwerem Lehmboden, ist hügelig und meistentheils drainirt. Über die Entstehung des Namen Liensfeld ist man nicht ganz klar. Einige alte Chronikschreiber führen als Sage an, daß Vicelin soll vom Liethberg aus gepredigt haben und deshalb der Namen Vicelinfeld, kurzweg Liensfeld. ....Liensfeld stand früher im Fronverhältnis zu Majenfelde. ......

[Es folgt dann eine weiterführende eingehende Schilderung aller relevanten Örtlichkeiten und Verhältnisse].


Jahrgang 1882: [Rückerinnerung]

Diesem für den Landmann so höchst unglücklichen Sommer folgte ein überaus milder Winter. Zwar fror es einige Tage im Anfang des Novembers recht stark, doch folgte gleich wieder Tauwetter und stand bald nachher die Witterung immerfort so, daß noch lange, lange Zeit manchen Stellen das Vieh draußen ging. So hat man am 10. Januar 1882 die Starken des Müllers Witt zu Braacker Mühle noch Tag und Nacht draußen gesehen. Freilich war der Winter trotz der milden Witterung für viele Landleute doch ein trauriger, da es ihnen durchaus unmöglich war, die Kühe namentlich auf sonst gewohnte Weise zu sättigen. Getreide wurde von vielen, namentlich von den vom Hagel betroffenen Landleuten fast gar nicht und wurde in Folge dessen zu manchen Aushülfen gegriffen, um dem Übelstande des Nichtstreuens wenigstens in etwas zu begegnen . So wurde mit Sand gestreut, tiefe Rinnen gemacht; auch kam, wenn auch nicht hier im Ort, die Torfstreu in Aufnahme. Im Jahre 1881 im Mai verkaufte oder vielmehr vertauschte der Samenhändler Ferd. Wulff, der inzwischen Bauernvogt geworden war, sein oben im sog. Hühnerbusch gelegenes Gewese an einen Rentier .... .

[usw.]




Aus Plöner Wochenblatt 





Kaufhaus Steffen bei Erwerb 1894 







          Nach Umbau ab 1914.




 



Alte Schul- und Feuerwehrglocke

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Inschrift: Gestiftet von und angefertigt von C. Joppe, Berlin, 1897

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          Sie befindet sich im Dach des ehem. Schulgebäudes.



Jahrgang 1900:

Bei der Volkszählung am 1. Dezember 1900 fanden sich in Liensfeld 270 Einwohner, 132 männliche und 138 weibliche.

[Anm.: In 2006 zirka 275 Einwohner].


Jahrgang 1905:
[Auszug aus der Hutzfelder Dorfchronik:]
22.3.05: Heute brannte die Strohgedeckte Räucherkate des Schäfers Landy in Liensfeld ab. Speck und Fleisch von 40 Schweinen verbrannten. In diesem Haus wohnte der Schuster Anders. 31.3.:Ein Einbrecher zog dem Hufner Ehlers nachts den Schlüssel des Geldschranks aus der Hose, die auf einem Stuhl neben dem schlafenden Ehlers lag. Er stahl 900 Mark und eine goldene Uhr. Anschließend brach er bei Klees ein, stärkte sich in der Speisekammer um dann beim Hufner Dohm einzubrechen. Dieser griff sofort zur Flinte, darauf floh der Einbrecher.


Jahrgang 1908:

Nach 3O jährigem segensreichen Wirken als Lehrer an der hiesigen einklassigen Volksschule mußte der Verfasser des bisherigen Teils dieser Dorfchronik sein Amt infolge Krankheit aufgeben. Am 1. Oktober wurde Lehrer [Heinrich Peter] Pries zur Disposition gestellt. ....


[usw.]




Plöner Wochenblatt 1904 



Plöner Wochenblatt 1912 







          Beitrag von Herrn F. Mielke





Jahrgänge 1914/1918:

Der Ausbau des Ortsnetzes wurde durch den Ausbruch des Krieges verzögert und erst im Jahre 1916 fertig gestellt. Es war ein großer Schritt von der alten Petroleumlampe zur elektrischen Birne, von Hand [betrieb der] Göpelmaschinen zum Elektromotor. Das entlegene Dorf wurde in direkter Verbindung gesetzt mit dem großen Industriezentrum an der Trave. In die Entwicklung trat nun störend und zerstörend der Krieg. Aus der kaum 300 Einwohnern zählenden Dorfschaft wurden nach und nach ca. 50 Männer und Jünglinge zum Kriegsdienst einberufen. Im Kampfe für die Lieben daheim, für Volk und Heimat starben: ....

[Namensliste fehlt; folgt aber etwas später in der Chronik. Plötzlich ist der Krieg vorbei; dazu sagt die Chronik quasi nichts].




Ein Memorial




          Kinderfest







          Aus Fundus Margarete Dohm.






 

Erster Pkw Liensfeld's um 1930 [Lehrer Otto Maas mit Töchtern]



Man beachte den Zeitungspreis


          Aus Fundus Dora Hamke [VON IHREM VATER ÜBERKOMMEN] .





Dorfschule um 1930 [Mit Dora Hamke] 








 

Alte Schlachterei 1930

          Ursprünglich waren 2 Schneider ansässig, nämlich
          die Herren Bruhn und Schröder. Zwischen deren
          beiden Wohnhäusern befand sich ein Fußweg, daher
          "Schneidergang" genannt.




 

Alte Schneiderei Bruhn vor 1930




 

Schneider Kurt Schröder [Mit Bart, mit Familie, Braaker Weg 6, um 1950 herum]




 

Alte Schusterei [und ehem. Poststelle, heute EFH]




 

Frühere Malerei [M] [Heute EFH]




 

Alte Stellmacherei heute



Jahrgang 1933:

Ein neuer Geist herrscht in Deutschland. Am 1.10.1933 wurde der deutsche Bauer zum Erbhofbauer durch Gesetz erklärt Als Erbhofbauern aus Liensfeld sind beim Amtsgericht Eutin eingetragen: ......

[So Hans Slevert senior als Dorfvorstand, er übernimmt die Chronik, bis 1939, als Ortsbauernführer und Bauernvogt in eine (Partei-) Hand gelegt werden. Zum Thema „Flurbereinigung" steht nichts in der Chronik; anscheinend im Dorf nicht von Relevanz].




Dorfschule um 1935 [Hier im Dach befindet sich die zuvor auf Foto gezeigte Glocke]





Exkursion E. + B. Friederichsen 30er Jahre [v. Jhd.]





Jahrgang 1935: [Hans Sievert senior]

Ebenfalls im Mai 1935 bestand mein Sohn Hans Heinrich vor dem Oberlandesgericht in Kiel sein erstes juristisches Staatsexamen mit "Lobenswert" dem besten Ergebnis der letzten drei Jahre, nachdem er am 7. und 8. Juli 1934 in Hamburg mit 8790 Punkten im Zehnkampf den einzigsten deutschen Weltrekord in der Leichtathletik aufstellte. Leider zog er sich bei den [Europa-] Meisterschaften in Turin einen argen Muskelriß zu am linken Oberschenkel, so daß er für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin sehr im Nachteil sein wird.

[Der Stolz des Vaters]






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Sievert's Hof um 1936 [Heute Familie Kallmeyer]



          Siehe auch Frau Zimmers Extraseite.



Löhne und Krankenkassenbeitrag 1938


          Aus Fundus Dora Hamke






 

Kutschfahrt in 1939 [Max & Ella Ehlers mit ihren Kindern]



Jahrgang 1939:

…. entschließt sich der Führer zum Handeln ….

[Der Ortsbauernführer Klees: Dorfchronik enthält neben regionalen Angaben jetzt Propagandaphrasen, ist später eingezogen und gefallen]







 

Herbert Klees [Stahlhelmbund] [Vor dem Kriege. Einziger je kriegsgefallener Dorfvorsteher Liensfelds]

          Übrigens Werner Klees Vater.






 

"Jungvolk" ~ 1936






Jahrgang 1943 ff: [Ab 1943 jetzt wieder durch Hans Sievert senior]

Der Winter ist in diesem Jahre doch gelinder verlaufen und setzte schon sehr früh gutes Wetter ein, milde und trocken. Bereits am 1. März setzte die Vegetation ein, so daß der Stickstoff für Raps und Wintergetreide gesät werden konnte. Auch wurde allgemein mit den Vorarbeiten zur Saatbestellung begonnen. Am 5.III. wurden die Bohnen schon gesät. Am 15. März war die Saatbestellung im Allgemeinen beendet. Der Klee und die Weiden wurden sehr grün. Seit dem 29.III. ist aber ein Witterungsumschlag eingetreten, es ist täglich kalt und stürmisch mit Niederschlägen. Leider ist wieder ein Liensfelder gefallen. Am 13.III fiel Otto Runge, Sohn der Ww Runge, im Osten. 2.III.44: Im Sommer 1943 war meist schönes Wetter und die Getreideernte versprach sehr gut zu werden. Leider setzte in der Ernte eine Regenperiodeein, so daß ein Teil der Ernte an Auswuchs zu leiden hatte in hiesiger Gegend. Auch die Heuernte war ein Rekord. Sogar das Nachmahlheu war sehr reichlich und ist sehr gut geborgen. Ende Juli bekam das Dorf durch die feindlichen Terrorangriffe auf Hamburg Zwangseinquartierung. 70 Personen für mehrere Wochen. ….. In den letzten Jahren sind aus Liensfeld gefallen: …. Am 4.5.1945 zogen Englische Truppen in Liensfeld ein. …. Am 17. V. 1945 wurde ich von dem englischen Kommandeur zum Bürgermeister der Gemeinde Bosau ernannt.

[usw. Nanu, plötzlich ist der Krieg aus].




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Ernteeinsatz anno 1947 [Mit u. a. Karlheinz und mit Bindemäher]

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          Ausgebombte Timm zu Stövers Liensfeld evakuiert.



Jahrgang 1951:

…die Einwohnerzahl stieg auf ca. 750. … Hunger und Elend trieben die Menschen auf’s Land…

[usw.]
 




Neue Zeit

   
Endlich wieder Brot und Information    




Ein Memorial




Wie man sieht, wurde schon damals darauf Wert gelegt, dass die Person der Gemeinde nicht zur Last fiel! Übrigens: Siegfried Minks Mutter.




          Aus Fundus Familie Minks.








 

Ringreiten/-stechen auf Hof Ehlers in 1950 [v. lks. Heiner Toll, Franz Jarisch, Gerd Wurzel, Richard Krieger]




 

Typische Bauernhochzeit Finck in 1950 [übrig geblieben und © H. und F. Struve]




 

In 1950




 

In 1950

          Aus Fundus Brunhild Ehlers [s. auch Foto Ringstechen]






Alte Meierei um 1956. Dort unterhielten die Bauern z. B. auch eigene Gefrierfächer Früheres Gehöft, jetzt "Hof am Wege", um 1956




Alte Meierei, Geschäft und Gaststätte um 1956 





[Hinweis] Jahrgang 1956:

DIE HEINRICH-HARMS-SCHULE HUTZFELD WURDE 1956 ETABLIERT. ÜBER DIE INTERNAS DER FRÜHEREN DORFSCHULE LIENSFELD IST AUSSER DER ERWÄHNUNG IN UNSERER DORFCHRONIK WENIG ZU ERMITTELN. IN DER ERSTGENANNTEN SCHULE SIND DREI HAUPTBÜCHER AUS LIENSFELD (20ER Bis 50ER J. V. JHD) ARCHIVIERT, WORIN ZEUGNISSE FESTGEHALTEN SIND. GRAFIKEN / FOTOS SIND NICHT GREIFBAR.

[Einschub]







 

Dorfschulklasse in 1955 [mit Lehrer Riedel]

 



          Die erste in der Dorfchronik erwähnte Dorfschule war im
          Tamm’ schen Haus auf dem Schmiedeberg [Auf der Reihe],
          wo der Dorflehrer wohnte und unterrichtete. Ab 1831 war
          die Schule im Hause „Im Dorfe 17“ (=z. Zt. Grundstück Martin),
          die 1905 abbrannte. Daraufhin wurde die Schule „Am Schulberg“
          errichtet. Dort wurden etwas später auch die Kiekbuscher Kinder
          eingeschult.




 

Existierendes Klassebuch [Archiv H.-H.-Schule Bosau]



Jahrgang 1959:

Die Getreideernte setzte am 6. Juli mit dem Schnitt der Wintergerste und am 12. – 13. mit dem Raps ein. Schon nach einigen Tagen konnten beide Früchte bei glühender Hitze (36° im Schatten) vom Schwad gedroschen werden. Besonders der Raps brachte gute Erträge. Durch die anhaltende Trockenheit und Hitze wurden Sommergerste, Hafer und Roggen zum gleichen Zeitpunkt reif. Teilweise wurden Sommergerste und Hafer aufs Schwad gemäht und nach einigen Tagen schon gedroschen. Erwähnenswert niedrig waren die Feuchtigkeitsgehalte beim Getreide, so z.B. bei der Wintergerste 11,5%. Wie schon erwähnt, brachte der Weizen ganz hervorragende Durchschnittserträge, die bei 50 dzr/ha lagen. Spitzenerträge haben sicher von einzelnen Schlägen 60 dzr/ha gebracht. Kurz vor Beendigung der Ernte setzte bei drückend schwülem Wetter ein Wolkenbruch ein, der immerhin in drei Tagen über 100 mm Niederschläge brachte. So willkommen der Regen für die Weiden und den furchtbar hart gewordenen Acker war (man konnte endlich ans Pflügen denken) so unerfreulich war dieser starke Regen für den gerade gedrillten Raps. Vielfach mußte der Raps wieder umgebrochen und neu bestellt werden. Auch das Einbringen der Wintersaat fiel wegen der Trockenheit auf große Schwierigkeiten. Das Pflügen des steinharten Bodens kostete viel Zugkraft und Schare. Zwar konnten alle Saaten zeitgerecht eingebracht werden, das Keimen und Auflaufen dauerte aber beängstigend lange Zeit. Besonders die Wintergerste lief sehr unterschiedlich auf, teilweise läuft das Korn jetzt noch auf. Auch der frische Klee sieht überall schlecht aus. Einige Betriebe entschlossen sich noch zum Umbruch. Da im September nur 6 mm Regen fielen, ließen die Dauerweiden natürlich sehr in ihrer Leistung nach. Das Milchvieh wurde überall früh in den Stall genommen, Die Milchleistung war auf der Weide sehr gering. Nur die Wiesen hielten in diesem Sommer und Herbst gut ihren Graswuchs durch. Die Kartoffelernte war, weil es im August erhebliche Niederschläge brachte, bei den mittelspäten und den späten Sorten gut. Allerdings zeigten diese Kartoffeln sehr stark Zwiewuchs und auch die Haltbarkeit läßt zu wünschen übrig. Auch die Rübenernte war besser, als man annehmen konnte. Wenn auch das Blatt von Futter- und Steckrüben wertlos war, so brachten die Futter- und Zuckerrüben doch gute Erträge. Die Steckrüben fielen im Ertrag stark ab. Das Blatt von den Zuckerrüben ist zwar weniger, aber durch die günstigen Witterungsbedingungen sauber geerntet.

[Typische Chronikinformation, vom Landwirt H. H. Finck]




        Siehe dazu: 1962 Einäscherung Hof Finck
        Grafik.ostholsteier.brand.finck.zus..pdf [3.262 KB]







          Das Anwesen ist 1962 - siehe Zeitungsausschnitt -
          abgebrannt.




 

Hof Julius Finck vor 1900 (Personen unbekannt)



        Bei der Gelegenheit: Frau Irma Schmahl – siehe Interview von Frau Norgard
        Zimmer - hat für das Finck / Struve - Anwesen in 1982/1983 eine rund 100 Jahre
        umfassende Chronik – im Besitz von Struves - erstellt.










 

Kaufladen Familie Kühl in 1957 [v. lks.: Lina und ihre Söhne Hans Jürgen und Klaus Peter Kühl]





Jahrgang 1959 (2):

Zu den lokalen Ereignissen sei noch folgendes erwähnt: Der Rentner Fritz Bruhn fand
im April in einem Abfallhaufen an der Klintaue ein frisch geborenes Kind [tot] in einem
Marmeladeneimer versteckt. Trotz eifriger Bemühung der Kriminalpolizei konnte die
Tat bisher nicht aufgeklärt werden. ....

[usw. Über Mord und Totschlag ist in der gesamten Chronik nichts überliefert]




Jahrgang 1966:

Am 8. August passierte ein furchtbares Auto - Unglück auf der Straße Braak - Eutin. 5 Männer fanden den Tod. Unser Feuerwehr-Kamerad Rudolf Wentorf, 49jährich, sowie sein Schwiegervater Max Zabel hatten wir von der Ortschaft zu beklagen. Zabel, wohnhaft in Hassendorf, vorher in Liensfeld. Er war auch Mitglied unserer Wehr. Sie wurden beide in Sarau nebeneinander unter großer Beteiligung beigesetzt.

[usw.]
 







 

In 1978



Schneekatastrophe 1979 [mit Thomas Ehlers]





Jahrgang 1979:

Ostholstein versank im Schnee. Am 28. Dezember fiel der erste Schnee. Es schneite bis zum Januar 1979. Lautlos deckte der Schnee die Erde, aber dann fegte der Sturm mit heulender Gewalt über die Felder. Alles, alles wurde blockiert. Nachdem die Strassen wieder frei waren, das Fahrverbot aufgehoben am 9. Februar, kam die neue Katastrophe. Am 13. Februar 1979 setzte erneut starkes Schneetreiben ein, mit stürmischen Winden mit Stärken 8-9 aus Richtung Nord - Ost. 1979 Am 14. Februar gab es erneut Katastrophenalarm. Nichts ging mehr. Wiederum Fahrverbot. Es schneit und schneit mit stürmischen Winden. Die Schneeräumarbeiten waren lebensgefährlich. Die Wege Liensfeld / Windberg und auch Liensfeld / Kiekbusch waren Knickhoch zugeweht. Mit schweren Kettenfahrzeugen, Panzern und Schneefräsen wurden die Straßen frei gemacht. Die Lebensmittelversorgung, ebenso Futtermittel für's Vieh brachte große Schwierigkeiten. Die Milch konnte nicht transportiert werden, sie wurde in Wannen eingefroren. Eisige Temperaturen bis 15° und 20° minus machten es möglich. Erst nach 4 Tagen wurde die Milch abgeholt. Am 20. Februar wurde das Fahrverbot aufgehoben. Durch die Schneekatastrophe gab es ein ganz spätes Frühjahr.

[Ereignis dürfte allseits bekannt sein?]




Schneekatastrophe 1979 (Mit Ehlers-Scheune) 





Jahrgang 2002:
Ein Sturmtief richtet in Ostholstein große Schäden an. Das neue Geld ist da. Seit dem 1. Januar wird in Euro bezahlt. Zunächst gelten auch noch D-Mark, doch die Menschen gewöhnen sich schnell und problemlos daran, den Euro zu zücken. Man bezahlt in Euro, aber man rechnet in D-Mark. 2.2.: Großeinsatz der Feuerwehren der Gemeinde Bosau in Liensfeld. Gegen 22.30 Uhr schallten im Dorf die Sirenen. Der Rinderstall [eines Bauern] war in Brand geraten. Nur wenig später trafen die ersten Wehren ein. Die Eutiner Stadt-Wehr unterstützte die Löscharbeiten von der Drehleiter aus. 21 Rinder mussten unter schwerem Atemschutz befreit werden. Darüber hinaus musste das Wohnhaus und eine weiterer Stall geschützt werden. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch immer wieder aufglühende Brandnester. Gegen 3.00 Uhr war der Brand unter Kontrolle. 150 Feuerwehrleute waren vor Ort und natürlich viele Schaulustige, denn das Feuer war Kilometer weit zu sehen. Die Altenteiler kamen für die Zeit der Brandbekämpfung beim Nachbarn [ ... ] unter. Die Nachbarschaftshilfe klappte vorzüglich. Alle Helfer wurden mit belegten Broten und Kaffee versorgt. Am nächsten Tag stand [der Betroffene] vor einem neuen Problem. Die Rinder mussten untergebracht werden. Doch das Kreisgesundheitsamt wollte keine Genehmigung für den sonntäglichen Viehtransport erteilen. Noch ist unklar, warum sich das Stroh entzündete. Bereits in den Vorjahren waren in der Gemeinde ....
[usw., in der Chronik wird der Namen der Betroffenen genannte.]




Zeitungsausschnitt vom 02.02.2002




[Weiter] 18.7.: Regen, Regen, Regen. Das Wasser stand eineinhalben Meter hoch in und um den Gemeinschaftsraum. Es strömte in breiter Front über die Strasse und bei F... durch den Garten. Unsere Wehr wurde auch von Thürk und ....
[usw.]
 




Hochwasser Liensfeld Bereich Klintaue 2002 





Auch früher gab's im Dorf schon Hochwasser. Um 1978 bei Mielke




            Beigestellt von F. Mielke





Jahrgang 2004:
.... Für die musikalische Umrahmung am Nachmittag sorgte die Roydorfer Feuerwehrkapelle. Privat wurde die Kapelle untergebracht, so dass die Wehr abends tüchtig mitfeiern konnte. Noch nie war die Scheune so festlich geschmückt. Den Küchenverkauf organisierte M. Ehlers mit Hilfe vieler Helferinnen. Mit flotter Musik fand ein Festball in der Scheune von Ehlers statt, der bis um 3.30 Uhr anhielt. Mit einem Frühstück wurden sie ....
[usw.]




 

Scheunenfest Feuerwehrtag in 2004 






          Alte Schmiede [Ursprungsbaujahr 1895]
          Umbau Zurück




 





[Zusätzlicher Hinweis] 2007/8:

DIE EINSICHT IN DIE ETWA HUNDERT JAHRE ALTE KIRCHENCHRONIK SARAUS ZEIGT, DASS DORT EINZELNE HINWEISE Z. B. AUF DIE DORFSCHAFT LIENSFELD, DIE ÜBERS TAUFREGISTER USW. HINAUSGEHEN, ENTHALTEN SIND. SIE IST OFT IN FRÜHER ÜBLICHER ALTDEUTSCHER ODER IN SÜTTERLINSCHRIFT ABGEFASST WORDEN. EINE ÜBERTRAGUNG IN SCHREIBMASCHINEN- DRUCKSCHRIFT EXISTIERT NICHT. WAS FRAU PASTORIN DR. CORINNA SCHLAPKOHL UNS MIT LIENSFELDBEZUG BEISTELLEN KANN, DAZU SIEHE REITER „Aus der Kirchchronik".




 

Hans Kühl hat seine Abschrift der Dorfchronik übrigens seinerzeit in dem "Ostholsteiner Anzeiger" veröffentlicht. Eine Office-Kopie der Chronik hat Webmaster - bis einschliesslich 2005 - hier im PC archiviert. Man kann sie komplett mit Status 2005 - wenn es einen interessiert - hier als PDF-Abschrift [549 KB] aufrufen.





Zusammengefasst



    Jahrgänge 1910 – 2005 pp.: [Hier noch einige
    Inhaltshinweise aus oder zu der Chronik].
   
    Einige Höfe sind über 100 Jahre in gleichem
    Familienbesitz. Erste Dorfschule 1755.
    Schule aufgegeben um 1970. Försterei
    bis 1904. Freiwillige Feuerwehr ab 1910.
    Feuerteufel in 1911 und 1998. Letzter
    großer Brand s. o.. Bis 1956 eigener Polizei-
    posten. 1964 Feuerwehrhaus erneuert, bis
    1978 Dorfgemeinschaftshaus mit Kinder-
    spielplatz errichtet. 1969 zentrale Wasser-
    versorgung. 1972 Stromerdkabel, Telefon-
    erdkabel. Geschäft geschlossen 1975, 1983
    Einweihung eines Bolzplatzes. Gaststätte
    mit Saal ab 1985 bis 1993 sukzessiv aufgege-
    ben. Keine Handwerksbetriebe mehr. In 1985
    Zuweisung von Hausnummern, 1986 dann von
    Straßennamen. Nach 2000 Straßenbeleuchtung
    modifiziert. Zuletzt Erdgasanschluss gelegt.
    2010 bis 2012 ist Revision der Zufahrtstrassen
    K 6 und K 33 erfolgt.
   




 




[Die Dorfchronik führen zur Zeit Landwirte i. R. Heinz und Brunhild Ehlers]





 

Die zunehmende Digitalisierung von Bücher-Beständen ermöglicht es, zum Beispiel in “Google” unter dem Stichwort „Liensfeld“ bei dem Icon ‚Mehr ▼ Bücher‘ neuere und ältere Literatur zur Dorfgeschichte aufzurufen und durchzusehen.





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www.dorfgemeinschaft-liensfeld.de