Gemeindefeuerwehrtage
Frau Hamke erinnert sich
Frau Dohm erinnert sich
Frau Zimmer berichtet
Herr Kramer berichtet
Herr Didwißus berichtet
Frau Runge berichtet
Mit Auszügen aus alten Zeiten

 



 





WIE UNTER „KIRCHSPIELE“ ERWÄHNT IST NICHT DIE EV.-LUTH. KIRCHE IN BOSAU, SONDERN DIE IN SARAU FÜR UNS ZUSTÄNDIG.



Zur Einleitung



Matth. 5: Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; ........ und sprach :

3. Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
4. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.





Kirche Glasau - Sarau

In 2008 





          Im Pastorat wurde eng begrenzt Einsicht in die verschiedenen Analen
          des Kirchspiels genommen. Pastorin Frau Dr. Schlapkohl erläuterte
          2008 die teilweise schon alten Journalbücher, die verständlicherweise
          Tauf-, Konfirmations-, Vermählungs- und Beerdigungsverzeichnisse
          beinhalten. Daneben wurde ab 1900 und wird weiterhin eine allgemeine
          Kirchenchronik geführt, in der die Pastoren ihnen vor allen Dingen
          regional relevant Erscheinendes festhalten. In der Chronik
          gibt es pro Dorf extra Kapitel [Seiten]. Ist ein Abschnitt vollgeschrieben,
          so wird ein weiteres Blatt eingeklebt oder es wird eine spätere
          Seite zur Fortsetzung ausgewählt.





Kirchchronik

So sieht sie aus 





          So, wie bereits z. B. aus unserer Dorfchronik bekannt, ist früher der
          Text in einer altdeutschen Fraktur niedergeschrieben, die nicht ohne
          weiteres von uns Nachgeborenen gelesen werden kann. In unserem
          Falle sind nur die Eintragungen zu unserem Dorf Liensfeld von Interesse;
          siehe nachstehend ab Seite 33:





   




          Wie man aus der o. a. Faksimile bereits ersieht, ist die Übertragung des Textes
          in Lesbarkeit außerordentlich schwierig. Weder das Pastorat noch die älteren
          in unserer Dorfschaft sehen sich in der Lage, den Originaltext zu lesen. Dieser
          ist nicht in Kanzleischrift verfasst, wie es sinnvoll wäre, da doch eine Chronik
          für die Nachgeborenen bestimmt ist, sondern hier eigentlich nur so, dass sie
          lediglich der Schreiber selbst lesen kann? Die Kirchchronik wird heuer
          selbstverständlich gut lesbar, z. T. sogar in Blockschrift, geführt. Lediglich die
          Erfahrung aus dem Chronikseminar [vgl. Blog zur Website] gestattet es, ihn
          webseits in etwa [ohne Präjudiz] wie folgt zu rekonstruieren:





Einige Auszüge

[Undatiert. Seite 2] Vizelins 1. Predigtstätte im Kirchspiel Glasau-Sarau soll der Lietberg östlich von Liensfeld [um 1150] gewesen sein. Dabei wird dieser Dorfname als Abkürzung von Vizelinfeld erklärt. Möglich ist aber auch eine slawische Erklärung: Liensfeld = Flachsfeld (Linnen). Diese erste Predigtstätte wurde jedoch nicht durch ein Gotteshaus gekrönt, wie es im ursprünglichen Plan Vizelins gelegen haben mag. Dies geschah dann durch das tatkräftige opferbereite Eingreifen der Ritterschaft von Glasau [dann in Sarau].


Spärliche Kunde erhielt sich bis zur Gegenwart [des damaligen Chronisten] von dem mächtigen Grafengeschlecht derer von Rastleben. Stolz ragte ihre Burg auf dem Lietberge östlich Liensfeld empor, welches Vizelin zum Träger seines ersten Gotteshauses hatte auserkoren. Dort fand man Waffen und andere Geräte aus ritterschaftlicher Zeit. Die Burg zerfiel …. . Heute kündet nur noch der kleine Rastlebener See auf der Liensfelder Feldmark von der einstigen Herrlichkeit. …… . Ein ähnlicher Opfermut [wie die Glasauer] wird uns von den Herren auf Rastleben nicht berichtet, und ihre Burg war den Stürmen der Jahrhunderte nicht gewachsen.


[Seite 33. Ab 1910] Die Dorfschaft Liensfeld: Die Dorfschaft Liensfeld umfasst fünf vollwertige größere Höfe. Des ferner gehören neun große und kleine Hufner zur Dorfschaft. Das ganze umfasst 150 bis 170 Personen in der Landwirtschaft. Nach dem letzten Stand ist der Hof im Besitz der Familie Schultz jetzo der von Hans Schwien, mit neun Kindern, der in Reihenfolge auf dem Wege nach Klenzau liegt. Er war früher Knecht in Labenz. Jetzo ist der Hof vom alten Franck auf [seinen Sohn oder Namensgleichheit] Julius Franck übertragen (ein Schulfreund) [des Pastors?] . Mehr im Norden über die Hügel sind die Hufner Dittrich, Apitz, Leißner, Heinrich; dort ist ein neues Wohnfeld mit neuer großer Scheune für zwei Hufner, mit nachfolgenden Räumen für neue Arbeiter. Weiter ist vor dem Dorfe das Gehöft von Landvogt Schramm in Richtung Klenzau gelegen. Weiter die Heinrich Dohm’sche Vollstelle, ein kleines Gehöft von Steffen und danach die Erben von Matthias Detlef Behrens, jetzo Großvater W. H. Behrens, jetzo mit Witwe Anna Behrens mit sechs Kindern. Wegen fehlender Geschwister [des Verstorbenen?] müsste der jüngste Sohn mit 16 Jahren übernehmen, gegebenenfalls mit Arbeitern. In der Reihe der Wohnungssuchenden, teilweise mit Kindern, Jungen und Mädchen: Offizier Tamm, Schlachter Fritz Hecklau, Handwerker, zwei Hufner: Schramm und Storck, mit eigenem Vater. Er ist Landwirt und schon zehn Jahre bei der Liensfelder Meiereigenossenschaft, und wohnt in dem Meiereigebäude. Wegen des Schulhauses – in 1831 erbaut – wurde schon öfters auf notwendige Umbauten hingewiesen, da nach Außen offen und [wegen] Zusatz eines Bades? Umbau im Namen der Dörfler Liensfelds im Jahre 1910 [geplant].


An Personen kennt der Schreiber aus dem Dorfe: Eigenkäthner Arbeiter [=Arb.] H. Grage, Hermann Burmeister. Gemeinschaftskathe [?], Eigenkäthner Arb. H. Dose, Frl. Sophie Lehmkuhl mit alten Großeltern. Landführer Landmann Hermann. Eigenkäthner Waldarbeiter Hammerich. Hufner Klees mit Kathe: Arb. Grümmerich und Arb. Benthien. Hufner Willy Klees mit Altenteiler Johann Klees. Hufner Heinrich Dohm, Altenteiler Martin „Manni“ Dohm. Arb. Matz. Schmiede: Schmied Fritz Schramm. Hufner Dohm’s Kathe: Arb. Karl Schröder und Arb. Joachim Bude. Eigenkäthner Arb. Behrend (verbunden mit Caroline Wentorf, eine fleißige Kirchgängerin). Halbkäthner Ricklefs, Hufner H. Block. Käthner Horst Schwarzer. II.-Kathe Arb. Witthöft, Arb. Steffen, Arb. Wurmbke. Eigenkäthner Landmann - früher Schäfer - Landi. Hufner Fritz Schramm mit Altenteiler Schramm, Seniorin Jücking. Eigenkäthner Maurer Stöver und Werner und Marianne Rönnfeld. Großgewerbe: Krämerei Ad. Steffen. Ehlers Kathe mit Ernestine Ehlers. Eigenkäthner Offizier Tamm mit Familie. Ehlers Kathe weiter: Arb. Zok, Vietzen (z.T. leer). Hufner Heinrich Ehlers. Eigenkäthner: Schneider Schröder, Arb. Hinz. Hufner Finck’s Kathe mit Arb. Kloth, Arb. Westphal. Eigenkäthner Vamionka. Hufner Julius Finck. Rückwärtige Kathe: Arb. Vietzen (und leer). Eigenkäthner Heinrich Tümke [?]. Kathe am Berge: Arb. Zohan, O. Runge, Arb. Niehmann [?]. Schlachterei: Steffen. Kathe Arb. Vorenfeld, Kathe Anders. Eigenkäthner N. Vietzen, Arb. Otto (bei O. Runge), Arb. Wilhelm (bei O. Runge). Käthner Maurer Landvogt Johann Olitz [?]. In der Nordburg [?] Schriftführer Leutnant Fritz Eckstein, mit Kathe Arb. Hartmann. Neue Kathe (1910) Kutscher Harichs, Arb. Junge, Arb. Spurengu [?], und weitere Hufner: Landmann Fritz Horstmann, Werner Lehmkuhl, Landmann Werner Dose. Noch: Rademacher, Wulff, Dörfler Imhus [?] und Bartels.


 

[Ab 1938/39] In den folgenden Jahren erzielten die Gemeindedörfer gute Ergebnisse, nur die Unterbringung? [?] Der amtliche Dorfführer Klees ist der Meinung, dass ,wenn die Kriegsziele erreicht werden sollen, unbedingt etwas für die Unterbringung z. B. auf der Dohm’schen Landwirtschaft getan werden muss, größere Wohnungen. Da wo früher Hufner Behrens, dann Block, wo jetzo Landwirtschaft sei, bei dem neuen Haus des Maurers Stöver, umgehend gebaut werden müsse, damit wenigstens Hufner Grage (mit fünf Söhnen) unterkomme. Ob die neue Arbeiterwohnung Krämer Steffen’s ausreicht [?] ist fraglich [?]. Um das harte Landleben durchzustehen, sei eine Wohnung vonnöten; wie für neue Arbeiter. [Auch] Leutnant Eckstein würde es begrüßen, wenn umgehend drei favorisierte Arbeitskräfte den Bau aufnehmen. Die ganze Dorfschaft hat sich des Anliegens der Grages angenommen. [Da] ein alter Hufner verkauft, kann man [jetzt] neuen Wohnraum .... ? [Ein] neuer Dorfteich ist am Gürtel im Süden, hinter dem Dorf, erbaut. Im Jahre 1913 ist dort für den 2. Dorfvorsteher gebaut worden und zwei Lagerkathen errichtet. [Nächste Eintragung erst 1958. Gut lesbar, aber hier nicht bedeutsam].


[Schlußhinweis] Neben Angaben in der Kirchchronik zu Einwohnern Liensfelds ist noch interessant zu lesen, dass früher einige Legate zu Gunsten Kirche und Schule gestiftet haben und das aus Großherzoglicher Schatulle bei ausgesuchten Ereignissen kleine Zuwendungen erfolgten. Eine in früheren Zeiten aus Liensfeld der Kirche gestiftete Grafik ist dort anscheinend nicht mehr auffindbar. [In Klammern i. d. R. webseitige Vermerke].




          Übrigens: Eine lesbare Handschrift hat das Kirchspiel [durch Pastor
          Christoffer Hesse i. R.] inzwischen angefertigt!





Ältester Registerauszug von 1683

Auszug  


Dort erste Erwähnung Liensfelds  




          Es zeigt sich, dass unser Dorf anscheinend schon immer zum Kirchspiel
          Sarau – unbeschadet staatlicher Besitz- und Verwaltungsgrenzen –
          gehört hat. Diese alten Journale sind übrigens durch Kopierung gesichert.



          Siehe z. B. auch: Erdbuch [Kataster] von 1709





Innenansicht

Im Kirchenschiff Altarseite 2008 






          Bei der Gelegenheit wurden auch die Listen der
          Kriegsgefallenen aus unserem Dorfe 1914-1918
          und 1939-1945 zwischen Angaben in der Dorf- und
          der Kirchenchronik abgeglichen. Ein Abgleich
          mit der Verwaltung in Bosau-Hutzfeld ist kaum
          möglich; der Keller im Rathaus hat anscheinend
          1952 einen schweren Wasserschaden erlitten,
          wo viele alte Aktenbestände vernichtet wurden.
          Die Namenslisten der Gefallenen stehen in dem
          Reiter „Aus der Dorfchronik“.




 

Gedenktafel 1914-1918



Mehr über unsere Kirche







          Siehe Broschüre © Dr. Corinna Schlapkohl, Sarau.2010.
          Bestellbar über: kgsarau@googlemail.com




 






          Die Kirchengemeinde umfasst folgende Dorfschaften:



SARAU, GLASAU, NEUGLASAU, LIENSFELD, GIESSELRADE, SIBLIN, KIEKBUSCH UND SCHWIENKUHLEN   








Grabhügel Lietberg





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www.dorfgemeinschaft-liensfeld.de