Gemeindefeuerwehrtage
Frau Hamke erinnert sich
Frau Dohm erinnert sich
Frau Zimmer berichtet
Herr Kramer berichtet
Herr Didwißus berichtet
Frau Runge berichtet
Interviewtexte & Fotos zu seiner Schulzeit hier

 



 





Ich

Heute. Siehe auch: http://www.kramer-bujendorf.de  





SCHULE IN LIENSFELD: MEIN NAME IST OSWALD KRAMER [DER III]. GERNE KANN ICH ETWAS ZUR DORFSCHULE BERICHTEN.







Ich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in die Grundschule in Liensfeld eingeschult. Zu der Zeit hatten wir drei Lehrer in der Schule. Herr Werner Rieschmüller, Herr Didwißus und Fräulein Anger. Später erinnere ich mich noch an die Lehrer Hoffmann und Riedel. Die Lehrer waren, genau wie auch [der damals noch vorhandene] Wachtmeister, Herr Ballerstein, immer eine Respektperson für uns. Es kam vor, dass man nachmittags die Dorfstraße entlang ging und eine der besagten Personen entgegen kamen. Sehr schnell hatte man dann etwas in einem Seitenweg zu tun. Oder man hatte auch mal etwas vergessen und musste kurzerhand umdrehen und noch mal den Weg zurück antreten. Nur um der in unseren Augen „Höheren Persönlichkeit“ nicht in der Freizeit zu begegnen. Heute ist das, glaube ich, nicht so recht zu verstehen. Herr Rieschmüller wohnte in einer damals vornehmen Villa im Braaker Weg. Der Lehrer hatte wohl eine Verwundung gehabt, und deshalb musste er mit der einen Hand mit einem Handstock gehen; er hatte ein steifes Bein. In der anderen Hand trug er immer seine Tasche mit den Heften und seinen anderen Lehrutensilien. Hatten wir vorher ein Diktat geschrieben oder andere Arbeiten, plagte uns auch oft das schlechte Gewissen. War die Arbeit, die wir abgeliefert hatten, auch gut ausgefallen? Oder konnte man, indem man dem Herrn Lehrer die Tasche abnahm, und sie mit zur Schule trug, ein paar Pluspunkte sammeln? Ob es geholfen hat? Zumindest in 'betragen' waren die Noten nicht schlecht. Überhaupt ist mir die Schule im Liensfeld von damals in eindrucksvoller und guter Erinnerung geblieben.





Nach Kriegsende waren in Räumen, die außerhalb der Klassenzimmer zur Verfügung standen, Familien und Einzelpersonen untergebracht. So auch im Backhaus von Bauer Ernst Finck. In einem harten Winter war die Wiese von Finck am Dorf überschwemmt und auch zugefroren. Dort war es der schönste Kinderspielplatz, den man sich denken konnte. Als das Eis im Frühjahr zu schmelzen begann, wurde auf dem so genannten Gummi-Eis, obwohl es die Eltern verboten hatten, weiter geschlittert. Bis ein Junge einbrach. Weil das Wasser flach war konnte er sich schnell aus dem Loch befreien, und ab nach Hause ins Backhaus. Danach kam er drei Tage nicht zur Schule. Nicht etwa weil er erkältet war. Sein Zeug trocknete nicht rechtzeitig, er hatte vielmehr nur eine Garnitur zum Anziehen.





1951 machte die Schule ihren ersten großen Schulausflug. Es ging mit dem Bus „Rosenstadt Eutin“ der Fa. Hans Moser in den Harz. Es war für uns alle eine wunderschöne Fahrt. Wir haben die Kaiserpfalz in Goslar besichtigt, sind in das Bergwerk in Hahnenklee eingestiegen, haben den Wurmberg erklommen und in die Ocker an der Ockertalsperre gespuckt. Für damalige Verhältnisse überwältigend. Vor allem hat es die Gemeinschaft geformt. Ich denke noch immer gerne an diese Fahrt. Eindrucksvoll, und für uns Kinder von nachhaltig hohem Erziehungswert, waren auch die Kinderfeste. Der Ehrgeiz, bei den Spielen durch Anstrengung etwas zu erreichen, erzeugte eine gewisse Eigendynamik. Geschick und Lernen durch nachmachen entwickelten eine gesunde Konkurrenz unter den Beteiligten. Immer mit dem Bestreben am Ende auch der König zu sein. Ich war nie der König, aber einmal durfte ich nachmittags mit der Königin (Christa Willert) in dem Saal von Gastwirtschaft Steffen tanzen. Das war auch schon was! Überhaupt, auch die Zeit nach der Währungsreform war für uns Kinder ganz was Neues. Beim Kinderfest auf den Hof von Max Ehlers (mit Heinz, dort heute sein Sohn Thomas Ehlers) hatte Kaufmann Steffen zum erstemal einen Stand mit Waren aufgebaut. Hier gab es dann Pinguin-Eis für 20 Pfennig. Sahnebonbon und Brause für 2 Pfennig. Für die Erwachsenen Zigaretten, Tabak usw. Dabei habe ich mir nach Probe das Rauchen abgewöhnt. Nie im Leben mehr eine Zigarette angefasst.





Das Leben in der Zeit war sehr aufregend, alles neue Eindrücke. Ich kann mich erinnern, dass es die ersten freien Wahlen gab. Die Parteien fuhren mit Fahrzeugen durch das Dorf und warben für ihre Ideale. Da gab es neben der SPD, CDU , FDP, zahlreiche andere Parteien. Besonders stark ging dabei der BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) hervor. Aber es gab auch KPD, DP [längst vergessen] und viele mehr. Die ganze Straße lag oft voller Flugblätter. Diese wurden von uns gerne gesammelt. Sport in der Schule, war für viele eine schöne Sache. Für einige auch nicht. Wenn Herr Didwidßus mit uns Waldlauf machte, ging es von der Schule den Gehweg nach Kiekbusch und die Straße nach Liensfeld zurück. Für Heinz Ehlers, für mich und ich weiß nicht wer noch verkürzte sich die Strecke quer durch den Wald. Wir scherten hier aus und reihten uns dann, wenn die Gruppe wieder die Straße passierte, unauffällig wieder ein. Ob das keiner gemerkt hat ???






Kinderfest Liensfeld

Etwa 1950 [Auf dem damaligen Dohm'schen Hof lt. Mielke zu sehen: 1. Oswalt Kramer, 2. Heinz Ehlers, 3. Waltraud Leissner, 4. Horst Romscheck, 5. Robert Schröder, 6. Karl Alexander Plath, 7. Klassenlehrer Rudi Didwißus, 8. ebenda Karl-Heinz Mielke, 9. Rudi Sawallisch, 10. Reinholdt Maas, 11. Gerd Volkman, 12. Werner Kuhn, 13. Hans Gutzeit, 14. Hans Kloht, 15. Franz Gradert, sonstige unklar]








 



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